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| Inhalt und Relevanz der Arbeit | ||||
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In der Physikdidaktik ist man heute einmütig der Meinung, dass es beim Unterrichten sehr wichtig ist, die Vorstellungen der Schüler*innen, die sie zu einem Thema oder Begriff bereits aus dem Alltag mitbringen, zu kennen und zu berücksichtigen. Ein Standardthema im Sachunterricht ist der Magnetismus. Umso verwunderlicher ist es, dass es dazu im deutschsprachigen Raum in den letzten 50 Jahren nur eine einzige Erhebung gibt – eine Staatsexamensarbeit im Jahr 1992. Frau Zechel hat in ihrer wissenschaftlichen Hausarbeit „Schülervorstellungen zum Magnetismus in der Grundschule“ mit Hilfe von Interviews untersucht, welche Vorstellungen Grundschüler*innen zum Magnetismus haben. Nach der Einleitung geht das 2. Kapitel auf den Sachunterricht ein und fachliche Grundlagen des Magnetismus werden dargelegt. Im 3. Kapitel werden einige historische Fakten zum Magnetismus aufgelistet. Im 4. Kapitel werden einige grundlegende Erkenntnisse zu Schülervorstellungen aufgezeigt und welche Schülervorstellungen zum Magnetismus in der Literatur bekannt sind. Im 5. Kapitel werden allgemeine Infos zu quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden gegeben. Im 6. Kapitel wird die durchgeführte Erhebung und im 7. Kapitel die Auswertung beschrieben. Im 8. Kapitel findet sich für jedes interviewte Kind die Explikation und die Einzelstrukturierung. Im 9. Kapitel werden die in der Einzelstrukturierung herausgearbeiteten Konzepte zu Kategorien zusammengeführt, die gemeinsame Denkstrukturen abbilden. Im 10. Kapitel wird ein Fazit gezogen. | ||||
| Download als pdf | ||||
| Die
wissenschaftliche Hausarbeit |
[Download als pdf, 1,9 MB] | |||
| Ergebnisse aus der Arbeit | ||||
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Bekannte Vorstellungen, die wiedergefunden wurden: |
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Bekannte
Vorstellung |
Beispieläußerung | |||
| Magnetismus ist ein Klebe- und Haftphänomen. | Eva: Magnete kleben an Metallgegenständen fest. | |||
| Alle Metalle sind magnetisch. | Amelie: Holz, Gummi und Stoff sind nicht magnetisch, Metall dagegen schon. | |||
| Nicht jedes Metall ist magnetisch. | Moritz: Es gibt verschiedene Metalle, wie Nickel, Einfach-Metall und Bronze. Metall wird angezogen, Nickel und Bronze nicht. | |||
| Es gibt eine begrenzte Reichweite. | Sarah: Die Anziehung reicht drei Zentimeter. | |||
| Die Anziehung geht nicht durch dicke Materialien hindurch. | Eva: Wenn es ganz dünnes Papier ist oder ganz dünner Stoff, dann wird es gehen. Holz ist zu dick. | |||
| Je größer bzw. schwerer der Magnet, desto stärker. | Leon: Der Stärkste ist der, der am schwersten ist. | |||
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Weitere gefundene Schülervorstellungen: |
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| Neue Kategorie | Beschreibung | |||
| Ein Magnet hat zwei ungleiche Bereiche mit verschiedenen Farben. Unterschiedliche Farben ziehen sich an. | Kindern wissen, dass ein Magnet zwei verschiedene Bereiche hat. Es werden besonders die Farben zur Beschreibung verwendet. Unterschiedliche Farben ziehen einander an; gleiche Farben machen keine Anziehung oder stoßen sich ab. | |||
| Die Abstoßung ist spürbar. | Zwar ist „Anziehen“ bewusster als „Abstoßen“. Aber einige Kinder kennen die Abstoßung. | |||
| Magnet ist ein eigener Stoff. | Einige Kinder beschreiben Magnetismus mit einem eigenen Stoff, der im Inneren des Magneten enthalten ist. | |||
| Schüler*innen haben keine adäquaten Vorstellungen zum Kompass. | Kinder kennen zwar den Kompass, erzeugen aber Ad-Hoc-Vorstellungen zur Funktionsweise. Ursache sind demnach z.B. die Sterne, die Luft, der Wind oder der Winkel. | |||
| Veröffentlichung | ||||
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ZECHEL, C.; WILHELM, T. | ||||
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| Prof. Dr. Thomas Wilhelm, Institut für
Didaktik der Physik, Universität Frankfurt,
Max-von-Laue-Str. 1, 60438 Frankfurt am Main |br>
| vorher: Didaktik der
Physik, Universität Augsburg | | ehemals: Lehrstuhl für Physik und ihre Didaktik, Universität Würzburg | |