Vergleich von Gymnasialbüchern in der Mechanik-
Schriftliche Hausarbeit von Steffen Kneisel

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   Inhalt und Relevanz der Arbeit
 
Dem Medium „Schulbuch“ wird im Rahmen des Lehramtstudiums wenig Beachtung geschenkt, obwohl die zukünftige Tätigkeit als Lehrer verlangt, Schulbücher zu bewerten. Tagtäglich steht der Lehrer bei der Vorbereitung des Unterrichts vor der Herausforderung, unter Verwendung verschiedener Lehrbücher einen Lerninhalt so zu elementarisieren bzw. didaktisch und methodisch aufzubereiten, dass er von den Schülern verstanden und das Dargestellte in die eigenen Denkstrukturen integriert werden kann.

Herr Kneisel hat in seiner Schriftlichen Hausarbeit „Vergleichende Analyse der Gestaltung und Sachstruktur von Gymnasialbüchern der 7. Jahrgangsstufe im Teilbereich der Mechanik“ sechs Physikbücher für die 7. Jahrgangsstufe in Bayern beschrieben, untersucht und verglichen. Nach einer Einleitung setzt sich das zweite Kapitel der Arbeit mit dem Schulbuch im Allgemeinen auseinander und geht dabei unter anderem der Frage nach, ob für das klassische Schulbuch überhaupt noch eine Chance besteht, im Verbund neuer Bildungsmedien zu überleben. Das dritte Kapitel gibt zunächst einen allgemeinen Überblick über die Lehrplanvorgaben des Faches „Natur und Technik“, bevor die Forderungen für die Mechanik der siebten Jahrgangsstufe ins Zentrum der Betrachtungen gestellt werden. Im vierten Kapitel werden die sechs untersuchungsrelevanten Schulbücher unter praktischen bzw. handwerklichen Kriterien vorgestellt.
Den ersten Schwerpunkt der Arbeit bildet das Kapitel 5 mit der Analyse gestalterischer Aspekte. Hier werden sieben Strukturelemente betrachtet: Leiteinrichtungen, Text, Abbildungen, Tabellen, Merkstoff, Experimentier-anleitungen und Aufgaben. Eine gelungene visuelle Gestaltung kann nämlich den Lernprozess der Schüler entscheidend positiv beeinflussen.
Der zweite Schwerpunkt der Arbeit befasst sich in Kapitel 6 eingehend mit dem Thema „Schülervorstellungen und Sachstrukturen“. Ausgehend von allgemeinen Überlegungen zu Fehlvorstellungen, insbesondere zu den mechanischen Grundbegriffen, wird geprüft, welche Taktiken die einzelnen Schulbücher beim Umgang mit diesen heranziehen. Außerdem wird geprüft, welche Sachstrukturen sich in den einzelnen Schulbüchern widerspiegeln, die Fehlvorstellungen vermeiden oder in anderen Fällen auch unterstützen.

 
   Ergebnisse
 
Insgesamt betrachtet lassen sich erkennbare Unterschiede sowohl in der Gestaltung als auch in der Sachstruktur der einzelnen Werke feststellen. Dabei bilden Gestaltung, Inhalt und didaktisches Konzept in allen Werken eine Einheit. Jedoch weichen die Werke „Impulse“ oder „Netzwerke“ inhaltlich und fachdidaktisch durch ihre stark quantitative Ausrichtung teilweise deutlich von den Vorgaben des Lehrplans ab und setzen entsprechend bei Abbildungen verstärkt auf graphische Darstellungen und auf Messtabellen. Das Schulbuch von HOPF/ WALTNER/ WILHELM/ TOBIAS/ WIESNER zu deren Mechanikkonzept stellt dagegen mit einer völlig abgeänderten Sachstruktur den Gegenpol dar und rückt ein qualitatives Verständnis in den Vordergrund. Hier wird auf Graphen, mathematischen Gleichungen, Messtabellen und Rechenaufgaben konsequent verzichtet.
 
   Download als pdf
 
Die vollständige schriftliche Hausarbeit [Download als pdf, 1,6 MB]  
 
   Veröffentlichung
 
WILHELM, T.; KNEISEL, S.
Vergleich und Analyse der Sachstruktur von Gymnasialschulbüchern im Anfangsunterricht Mechanik
In: PhyDid-B - Didaktik der Physik – Frühjahrstagung Münster 2011, www.phydid.de
[Download von www.phydid.de als pdf]   [Download eines Posters von www.phydid.de als pdf in A4]
 
  
 

| Prof. Dr. Thomas Wilhelm, Institut für Didaktik der Physik, Universität Frankfurt, Max-von-Laue-Str. 1, 60438 Frankfurt am Main |
| vorher: Didaktik der Physik, Universität Augsburg |
| ehemals: Lehrstuhl für Physik und ihre Didaktik, Universität Würzburg |
 
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